Das Projekt



PROJEKTHINTERGRUND
In Europa, insbesondere in der dicht besiedelten Kulturlandschaft West- und Zentraleuropas sind geeignete Lebensräume für viele seltene Wildtierarten rar. Doch auch die für Tourismus, Natursport und Erholung geeigneten Räume sind hier nur begrenzt vorhanden und überlagern sich häufig mit den Rückzugsräumen seltener Tierarten.

Mit dem Schutzgebietssystem Natura 2000, zu dem neben den nach Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, (FFH-Richtlinie: 92/43/EWG) geschützten Gebieten auch die Gebiete der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 79/409/EWG) zählen, ist auf europäischer Ebene erstmals ein umfassendes rechtliches Instrumentarium zum Lebensraum- und Artenschutz geschaffen worden. Ziel des Netzwerks Natura 2000 ist, die in den Anhängen der Richtlinie aufgeführten Arten und Lebensraumtypen zu schützen und einheitliche Kriterien für die dauerhafte Erhaltung der biologischen Vielfalt auf dem Gebiet der Europäischen Union zu erarbeiten. Dabei ist in Natura 2000-Gebieten eine Nutzung durch den Menschen keineswegs ausgeschlossen, solange dabei die Erhaltungsziele nicht beeinträchtigt werden, d.h. solange kein negativer Einfluss auf die Arten oder den Habitattyp zu erwarten ist, die für die Ausweisung des Gebietes ausschlaggebend waren.

Für die Regulation menschlicher Nutzungen gelten dabei nicht, wie in manchen Schutzgebietskategorien, einheitliche Bestimmungen, sondern die Direktiven müssen den Bedürfnissen der zu schützenden Art oder des Lebensraumtyps angepasst werden.

Für Erholungsnutzung, Tourismus und Natursportaktivitäten in Natura 2000 ist dabei folgendes zu beachten:
  • Der Einfluss verschiedener Erholungsnutzungen hängt stark von der Art und Intensität der Aktivität, sowie von den spezifischen Ansprüchen der zu schützenden Art und ihres Lebensraumes ab.
  • Erholungsnutzung und Naturschutz interagieren mit anderen menschlichen Nutzungsarten (wie z.B. Land- und Waldwirtschaft) welche bei der Entwicklung von nachhaltigen Regelungen ebenfalls berücksichtigt werden müssen.
  • Innerhalb Europas bestehen unterschiedliche Ausgangsbedingungen in den verschiedenen Regionen, selbst bei gleichen touristischen Aktivitäten in einem Natura 2000 Gebiet mit gleichem Erhaltungsziel.


Vor diesem Hintergrund wurde im September 2002 das EU-LIFE Kooperationsprojekt „Raufußhühner und Tourismus in Natura 2000 Gebieten“ von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württembergs gemeinsam mit LIFE-Projektpartnern aus Finnland, Schottland und Deutschland ins Leben gerufen. LIFE Kooperationsprojekte wurden im Jahre 2002 von der EU-Kommission eingeführt, um den internationalen Erfahrungsaustausch zwischen LIFE Projekten zu fördern und ihnen die Entwicklung gemeinsamer Umsetzungskonzepte zu ermöglichen.

back to top